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Energetische Sanierung und Umbau der Wohngebäude Schwedter Straße 25-29

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Projekt "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" ("ExWoSt")

 

 

Thema:

Energie

Barrierefreiheit

Stadtumbau

Baukultur

Art:

Bauliche Maßnahme

Gebietstyp:

Innenstadt

Maßnahme:

Wohnen

Stadt/Gemeinde/Räumlicher Bezug:

Prenzlau

 

Fotogalerie - Prenzlau Energetische Sanierung und Umbau der Wohngebäude Schwedter Straße 25 - 29

 

Zielsetzung:

  • Energetische Sanierung und teilweise barrierefreier Umbau von denkmalgeschützten Gründerzeitbauten
  • Erhalt der städtebaulich-architektonischen Qualität der letzten Gründerzeitbauten als das historische Stadtbild prägende Gebäude
  • Anwendung innovativer, energiesparender Lösungen bei der Modernisierung und Instandsetzung zur Reduzierung der Nebenkosten
  • Prüfung der Vereinbarkeit von energetischer Sanierung und denkmalpflegerischen Auflagen
  • Prüfung von wohnungswirtschaftlich realistischen und sinnvollen Nutzungsmöglichkeiten
  • Prüfung der Einbeziehung ortsansässiger Technologien
  • seniorengerechte Umgestaltung der Wohngebäude (Herstellung barrierefreier Zugänge zu Wohnungen und Freiflächen)
  • Wirtschaftliche Umsetzbarkeit des geplanten Maßnahmevolumens für den Investor, insbesondere unter Beachtung des Anteils an sozial verträglichen Mieten im Rahmen der Zweckbindung

 

Projektbeschreibung:

  • Aspekt Barrierefreiheit
    Gut drei Jahre wurden gebraucht, um das Sanierungsvorhaben von einer Machbarkeitstudie zu einem umsetzungsfähigen Projekt zu entwickeln. Die o. g. wesentlichen Zielsetzungen und Schwerpunkte begleiteten den Planungs- und Diskussionsprozess zwischen Landkreis, MIL, Architekten und ILB.

    Die erreichten Ergebnisse mündeten in einem für alle Beteiligten tragbaren Konzept. Auf rund 4,5 Millionen Euro beläuft sich die Investitionssumme. Der Bauantrag ist gestellt, 2013 sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Alle 27 Wohnungen werden über einen Aufzug barrierefrei erreichbar, miet- und belegungsgebunden und damit erschwinglich sein. Als ExWoSt-Modellvorhaben des Bundes wird das Sanierungsprojekt zudem Energiestandards erfüllen, die auf dem Niveau von Neubauvorhaben liegen.
    Fazit: Die Ergebnisse sollen richtungsweisend für diejenigen sein, in deren Eigentum sich noch unsanierte Gebäude befinden und sie ermutigen, den Schritt zur Erhaltung historisch wertvoller Bausubstanz zu gehen. Das erfordert jedoch, dass die finanzielle Basis dafür erhalten bleibt. Konkret heißt das, werden die finanziellen Zuweisungen des Bundes für die Wohn- und Städtebauförderung sowie für die Zinsverbilligung der KfW-Programme nicht annähernd auf dem jetzigen Niveau eingefroren, dann werden Vorhaben wie diese zu einer "Eintagsfliege". (Textautor: Wolfgang Gehring, MIL, Referat 21 Städtebau- und Wohnraumförderung)

    Finanzierung/Förderung - Barrierefreiheit
    Gesamtkosten ca. 4,4 Mio. €,
    Städtebauförderung (Stadtumbau-Ost), Wohnungsbauförderung (GenerationsgerechtModInstR, Aufzugsrichtlinie)
     
  • Aspekt Energie
    Die Gründerzeitgebäude an einer Hauptzufahrtstraße, der Schwedter Straße, nehmen eine stadtbildprägende Funktion ein und wurden daher von der Stadt als zu erhalten eingestuft. Eine Machbarkeitsstudie und ein wettbewerbsorientiertes Gutachterverfahren aus dem Jahr 2009 machten deutlich, dass trotz schlechter Voraussetzungen eine energetische Sanierung nicht auszuschließen und möglich ist. Die Gebäude befinden sich im Eigentum der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Durch ein ExWoSt-Modellvorhaben zur Energetischen Stadterneuerung soll ein generationsgerechter Wohnungsumbau unter Berücksichtigung der Denkmalpflege erfolgen.
    Die Einbindung des Projektes in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, in die Stadtumbaustrategie sowie in das städtische Energieversorgungskonzeptes, gewährleistet eine nachhaltige Entwicklung des Standortes und des Innenstadtbereiches.

    Die Gebäude sind an das städtische Fernwärmenetz angeschlossen, welches unter anderem aus Geothermie gespeist wird. Um die thermische Energie langfristig zu speichern, wird über einen Aquiferspeicher warmes Wasser aus den grundwasserführenden Schichten im Boden entnommen und zum Heizen der Gebäuden genutzt. Das bei diesem Vorgang sich wieder abkühlende Wasser wird in den Aquifer zurückgeleitet und zur Kühlung der Gebäude im Sommer genutzt. Bei diesem Vorgang wird das Wasser wieder erwärmt und vom Aquifer gespeichert und dient im Winter wiederum zum Heizen. Durch eine Lüftungsanlage im Gebäude mit Wärmerückgewinnung wird ebenfalls Energie eingespart. Das Thema Lüftung nimmt eine zentrale Rolle im Projekt ein. So werden die Kastenfenster mit Isolierverglasung aufgewertet und mit einer Dichtung am inneren Fensterflügel ergänzt. Um eine positive Wärmebilanz zu erreichen, werden keine Fenster mit Kippfunktion eingebaut. Die Eingangstüren erhalten eine Absenkdichtung, die zugleich die Schalldämmwerte verbessert. Die Dämmung der Fassaden erfolgt an der Straßenseite mit einer denkmalgerechten Innendämmung und mit einer Außendämmung zur Hofseite.

    Der andauernde Leerstand der Gebäude führte zu einem dringenden Handlungsbedarf. Durch die Einbindung des städtischen Energiekonzeptes und die Nutzung von Energiespeicher kann eine nachhaltige energetische Sanierung erfolgen und das Bauvorhaben wegweisend für andere Kommunen sein.

 

Umsetzungszeitraum:

  • 2010 / 2011 - 2013

 

 Weiterführende Informationen:

 

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