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Senftenberg für ALLE! – Barrierefreie Umgestaltung der Bahnhofstraße

Plan zur Lage der Bahnhofstraße in Senftenberg (Foto: Stadt Senftenberg)

Bauliche Maßnahmen und Beteiligungsprozesse

 

 

 

 

 

Thema:

Barrierefreiheit

Bürgermitwirkung

Geschlechtergerechtigkeit und Antidiskriminierung

Art:

Bauliche Maßnahme

Gebietstyp:

Innenstadt

Maßnahmetyp:

Technische Infrastruktur und Verkehr

Stadt/Gemeinde/Räumlicher Bezug:

Senftenberg

 

Fotogalerie Senftenberg für ALLE! - Barrierefreie Umgestaltung der Bahnhofstraße

 

Zielsetzung:

  • Barrierefreie Umgestaltung der Bahnhofstraße als urbane Verbindung zwischen Altstadt und Bahnhof
  • Partizipation bei der barrierefreien Umgestaltung der Bahnhofstraße

 

Projektbeschreibung:

  • Die Bahnhofstraße verbindet die historische Altstadt mit dem Bahnhof. Aufgrund der übergeordneten Funktion als Verkehrsachse und als öffentlicher Raum mit zahlreichen Ladengeschäften hat diese zentrale Bedeutung für die Entwicklung der Senftenberger Innenstadt. Nach Fertigstellung der Ortsumgehung konnten neue qualitative Ziele zur Herstellung einer urbanen Verbindung in die Altstadt, zur Stärkung der Geschäftsstraße, zur attraktiven Gestaltung des öffentlichen Raumes für alle Nutzergruppen etc. formuliert werden.

    Beteiligung
    Im Jahr 2005 begannen die Planungen für die Umgestaltung der Bahnhofstraße.
    Die Stadt Senftenberg hat frühzeitig die Einrichtung einer Koordinationsstelle beim Amt für Bildung, Soziales und Kultur initiiert, in der verschiedene Institutionen, wie Senioren- und Behindertenbeirat, Behindertenbeauftragter des Landkreises, Blinden- und Sehbehindertenverband u.a. Vereine vernetzt sind. Außerdem hat sie während des Planungsprozesses die Interessen in die unterschiedlichen Bereiche der Stadtverwaltung weiter getragen, eine Planungswerkstatt durchgeführt, den Behindertenbeirat kontinuierlich eingebunden sowie einen externen Fachplaner für barrierefreies Bauen hinzugezogen. Des Weiteren erhielten die Betroffenen die Möglichkeit, sich durch Vor-Ort-Begehungen während der Planungs- und Bauphase zu informieren und sich durch einen Vor-Ort-Termin nach Abschluss der Umbaumaßnahme das Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte erläutern zu lassen.

    Bauliche Maßnahme
    In den Jahren 2008-2010 erfolgte die bauliche Realisierung der Bahnhofstraße in drei Bauabschnitten, die im Rahmen der Förderprogramme Sanierung & Entwicklung und Stadtumbau-Ost finanziert wurden. Hinsichtlich der Barrierefreiheit wurden unterschiedliche Maßnahmen mit betroffenen Bürgern und Planungsexperten abgestimmt und umgesetzt:
     
    • barrierefreie Anpassung der Eingänge bei mehreren Ladengeschäften im Zuge der Straßenbaumaßnahmen
    • räumliche und gestalterische Differenzierung der Nebenanlagen entsprechend ihrer verkehrlichen Funktion
    • barrierefreie Gestaltung insbesondere von Übergangsbereichen wie (Ampel-) Kreuzungen oder Bushaltestellen
    • durchgängige Laufstreifen ohne Hindernisse (Unterbringung von Leitsystemen und Ausstattungselementen wie Bänken oder Fahrradständern im angrenzenden Orientierungsstreifen)
    • Einbau taktiler und visueller Orientierungshilfen, Verwendung von unterschiedlichen Bodenbelägen mit ebenen, optisch kontrastreichen Oberflächen

    Durch eine kontrastreiche Gestaltung des Regelquerschnitts wird Sehbehinderten und Blinden die Orientierung erleichtert. Es besteht ausreichend Platz z.B. für Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Radfahrer. Geh- und Radweg sind durch baumbestandene Pflanzbeete von den Stellplätzen und der Fahrbahn getrennt. An potenziellen Gefahrenstellen für Blinde und Sehbehinderte wurden „Aufmerksamkeitsfelder“ aus weißen geriffelten Bodenplatten gestaltet. Diese bieten eine sichere Führung z.B. zu den Einstiegsbereichen an den Bushaltestellen oder zu den mit Tast- und Akustiksignalen ausgestatteten Ampelmasten.

 

Umsetzungszeitraum:

  • 2005 - 2010
  • bauliche Maßnahmen 2008 - 2010

 

Finanzierung:

  • Mittel der Programme "Stadtumbau-Ost" und "Städtebauliche Sanierung"

 

Weiterführende Informationen:

 

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