Achslastmessgeräte

Aufgrund der Beschlüsse der Gemeinsamen Konferenz der Verkehrs- und Straßenbauabteilungsleiter (GKVS) im März 2015 und des Bund-Länder-Fachausschusses „Technisches Kraftfahrwesen“ (BLFA-TK-) im September 2015 sollen Fahrzeuge mit luftgefederten und/ oder hydropneumatisch gefederten Achsen im Großraum- und/ oder Schwerverkehr bei Ausnahmen von § 34 der StVZO mit Achslastmessgeräten ausgerüstet sein. Ausgenommen sind selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Anhänger-Arbeitsmaschinen.

Deshalb enthalten die Ausnahmegenehmigungen des LBV seit 01.01.2017 als Auflage die Verpflichtung zur Ausrüstung mit Achslastmessgeräten.

Folgende Systeme gelten als geeignet:

  • Druckmessgeräte (Manometer) zur Kontrolle des Luftfederbalgdrucks in Kombination mit einem Diagramm, in dem die Umrechnung von Druck in Achslast näherungsweise anhand einer mathematischen Funktion abgelesen werden kann (Nomogramm o. ä.), welches als Tafel oder Aufkleber in der Nähe des Druckmessgerätes anzubringen ist,
     
  • Druckmessgeräte (Manometer) zur Anzeige des hydraulischen Drucks bei hydropneumatischer Federung in Kombination mit einem Diagramm, in dem die Umrechnung von Druck in Achslast näherungsweise an-hand einer mathematischen Funktion abgelesen werden kann (Nomogramm o. ä.), welches als Tafel oder Aufkleber in der Nähe des Druckmessgerätes anzubringen ist,
     
  • Elektronische Systeme zur Achslastüberwachung durch Luftfederdruckmessung mit sinnfälliger Anzeige der Achslasten für die Achsen mit Luftfederung oder ggf. auch zusätzlich mit Anzeige des Gesamtgewichtes im Kraftfahrzeug oder
     
  • Elektronische Systeme zur Achslastüberwachung mit sinnfälliger Anzeige der Achslasten für die Achsen mit Luftfederung sowie für die Achsen mit mechanischer Federung oder ggf. auch zusätzlich mit Anzeige des Gesamtgewichtes im Kraftfahrzeug.

Die Achslastmessgeräte dienen ausschließlich der Verdachtsgewinnung und müssen daher nicht geeicht sein. Sofern Fahrzeuge auch im genehmigungsfreien Großraum- und/ oder Schwerverkehr verwendet werden, gelten die Regelungen der Richtlinie 96/53/EG, wenn darin ein Achslastmessverfahren vorgeschrieben ist

Die verwendeten Achslastmessgeräte müssen beim Betrieb des Fahrzeugs/ der Fahrzeugkombination auf öffentlichen Straßen funktionsfähig sein. Vor Beginn des Betriebs sind sie auf ihre Funktionsfähigkeit hin zu überprüfen.


Übergangsfristen

Folgende Übergangsfristen gelten für erteilte Ausnahmegenehmigungen:

  • Fahrzeuge bzw. Fahrzeugkombinationen, für die vor dem 20. März 2015 eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, sind spätestens bis zum 30. Juni 2021 mit Achslastmessgeräten auszurüsten,
     
  • Fahrzeuge bzw. Fahrzeugkombinationen, die vor dem 20. März 2015 bestellt worden sind, müssen spätestens 6 Jahre nach Ausstelldatum der Ausnahmegenehmigung mit Achslastmessgeräten ausgerüstet sein,
     
  • Fahrzeuge bzw. Fahrzeugkombinationen, die ab dem 20. März 2015, aber vor dem 01. Januar 2016 bestellt worden sind, müssen spätestens 3 Jahre nach Ausstelldatum der Ausnahmegenehmigung mit Achslastmessgeräten ausgerüstet sein.