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Fachbeiträge Raumbeobachtung - April 2006

Bevölkerungsvorausschätzung 2005 bis 2030 für alle Ämter und amtsfreien Gemeinden des Landes Brandenburg

Hrsg.: Landesamt für Bauen und Verkehr, Außenstelle Potsdam, Dezernat Raumbeobachtung

April 2006, 34 Seiten, Grafiken, Tabellen, Karten

Nach Schätzungen des Dezernats Raumbeobachtung und des Landesbetriebs für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) wird die Bevölkerungsentwicklung im Land Brandenburg in den kommenden Jahrzehnten kleinräumig deutlich unterschiedlich verlaufen. Die negative natürliche Entwicklung aufgrund des Geburtendefizits wird der bestimmende Faktor der Bevölkerungsentwicklung sein. Nur 32 berlinnahe Ämter und amtsfreie Gemeinden werden voraussichtlich noch einen wanderungsbedingten Bevölkerungszuwachs gegenüber dem Basisjahr 2004 haben. Ein Großteil der untersuchten Raumeinheiten in den peripheren Landesteilen wird dagegen mehr als ein Fünftel der Einwohner verlieren. Von einem Einwohnerrückgang dürften größere Städte in der Peripherie überproportional betroffen sein.

Für alle Ämter und amtsfreien Gemeinden ist eine deutliche Alterung der Bevölkerung sehr wahrscheinlich. Überall wird im Jahr 2030 mindestens jeder vierte Einwohner 65 Jahre oder älter sein. Gerade in Berlinnähe sind die höchsten Zuwächse an Senioren aufgrund der Bevölkerungssuburbanisierung seit Mitte der 1990er Jahre zu erwarten.  

Unbedingt zu beachten ist, dass es sich bei den Ergebnissen lediglich um eine Schätzung handelt, da regional auftretende Ereignisse (z. B. Arbeitsplatzverlagerungen örtlicher Betriebe) vielfach nicht prognostizierbar sind, die Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur jedoch nachhaltig prägen können.

Bei den Annahmen zum Wanderungsverhalten wurden noch nicht die zu erwartenden positiven Effekte des geplanten Ausbaus des Flughafens Schönefeld zum Hauptstadt-Airport BBI in vollem Umfang berücksichtigt, da das letztinstanzliche Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Ausbau des Flughafens zum Zeitpunkt der Berechnung noch ausstand. Bei der für das Jahr 2008 vorgesehenen Aktualisierung der Bevölkerungsvorausschätzung wird dieser Aspekt in angemessenem Umfang einbezogen, so dass davon auszugehen ist, dass im engeren Wirkbereich des BBI langfristig wanderungsbedingt eine positivere Bevölkerungsentwicklung eintreten kann als hier ausgewiesen wird. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass auch künftig die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung einen Teil der angenommenen Wanderungsgewinne aufzehren wird.