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Wanderungsanalyse 1991 bis 2004

Land Brandenburg und Regionale Wachstumskerne

Hrsg.: Landesamt für Bauen und Verkehr, Außenstelle Potsdam, Dezernat Raumbeobachtung
Ansprechpartner: Herr Volkerding (E-Mail: Hans-Juergen.Volkerding@gl.brandenburg.de)  

Januar 2007, 113 S., grafische Darstellungen, Tabellen und Karten

Die amtliche Wanderungsstatistik des Landes Brandenburg bildet die statistische Grundlage für den vorliegenden Bericht. Um Aussagen anderer aktueller Studien zu Wanderungsmotiven und zur soziodemographischen Struktur der Wandernden ergänzt, ergibt sich eine komplexe Untersuchung zum Thema Wanderung. Dabei wird die Wanderungsstatistik nicht losgelöst von der natürlichen Bevölkerungsentwicklung betrachtet, sondern in den Gesamtkontext des demographischen Wandels mit seinen absehbaren Konsequenzen gestellt.

Für die Bevölkerungsentwicklung und -zusammensetzung im Land Brandenburg waren Wanderungsprozesse gerade in den 1990er Jahren von hoher Bedeutung. Auf der Ebene des gesamten Landes gab es im Verlauf von 1991 bis 2004 Wanderungsgewinne, die das Geburtendefizit fast ausgleichen konnten. Berlinnahe und berlinferne Regionen entwickelten sich jedoch in der  Wanderungs- und Bevölkerungsbilanz gegenläufig. Dies gilt umso mehr auf der kleinräumigen Ebene. Wohnsuburbanisierung und regionale Strukturschwäche führten zu nah- und fernräumlichen Wanderungsverlusten, während per Saldo rund 200.000 Zuwanderer aus der Bundeshauptstadt in den engeren Verflechtungsraum kamen.

Den Schwerpunkt der vorliegenden Analyse bildet der Vergleich zwischen den 15 im Zuge der Neuausrichtung der Förderpolitik im Jahr 2005 ausgewiesenen Regionalen Wachstumskernen (RWK). RWK sind Städte bzw. Städteverbünde mit besonderen wirtschaftlichen und /oder wissenschaftlichen Potenzialen, deren Stärkung zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit und der Abwanderung im Land Brandenburg beitragen soll. In den Jahren 1991 bis 2004 gingen den Wachstumskernen rund 80.000 Personen (7,7 %) durch Abwanderung verloren. Auch hier stellte sich die Entwicklung der RWK im engeren Verflechtungsraum völlig anders als dar als bei Wachstumskernen im äußeren Entwicklungsraum. Fernwanderungen in die alten Bundesländer waren die wichtigste Ursache für Wanderungsverluste.

Wanderungsprozesse wirken stets selektiv, da z. B. jüngere Personen und Menschen mit höherer Bildung räumlich mobiler sind. Die soziodemographischen Daten gerade der Fernwanderer lassen auf  gravierende Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur in den RWK schließen. Die abgeleiteten demographischen Entwicklungsperspektiven werden nicht ohne Einfluss auf das verfügbare Arbeitskräftepotenzial sein. Ansätze zur Verringerung der Abwanderung und besseren Nutzung der verfügbaren Potenziale sind in diversen Anforderungen an Wirtschaft und Politik zusammengefasst.